Was kostet ein Hovi?

Was kostet ein Hovi?

Immer wieder gibt es Welpeninteressenten, die glauben, ein Schnäppchen zu machen, wenn sie sich aus dem Internetangebot „preiswerte“ Hovawarte kaufen, die teilweise weit unter 1000 Euro zu haben sind. Papiere bekommen sie dort ja schließlich auch.
Andere entscheiden sich schnell für einen Mischlingshund aus dem Tierheim, weil die ja viel billiger und zudem angeblich viel robuster sind als Rassehunde.
Diese Leute übersehen jedoch bei allem Sparwahn, dass der Anschaffungspreis eines Rassehundes, der der Hovawart nun einmal ist, nur gerade 10% der Gesamtkosten ausmacht, die im Laufe der Jahre für den Hund entstehen.
Einer der größten Posten wird dabei immer der Tierarzt sein, denn jedes Lebewesen kann sich verletzen oder erkranken.

Deshalb ist es umso wichtiger, im Vorfeld die Tierarztkosten niedrig halten zu können.

Ist ein Mischlingshund wirklich günstiger?
Der risikolose Weg zu einem gesunden Hund dürfte, oberflächlich gesehen, die Anschaffung eines Mischlingshundes sein. Durch die meist wilden, vom Menschen unbeeinflussten Verpaarungen kommen immer wieder neue Gene zusammen und verhindern so scheinbar, dass so genannte rassetypische Krankheiten sich verstärken. Es gibt natürlich eine große Zahl gesunder und robuster Mischlingshunde.
Das heißt aber noch lange nicht, dass ein Mischlingshund gesünder und freier von Erbkrankheiten oder angeborenen Defekten ist als ein Rassehund. Im Gegenteil: Er hat in seinem Erbgut sogar noch viel mehr und verschiedenere genetische Defekte, die zu Erkrankungen führen können als ein Rassehund.
Schließlich kennt man meistens weder die Eltern- und Großelterntiere des Mischlings noch weiß man, welche Mängel sie vererbt haben. Das ist natürlich nicht so schlimm, wenn man für den Mischling nur wenige Euro ausgegeben hat. Wenn das Tier dann schwer erkranken sollte, wäre es eine wenn auch fiese Lösung, es einschläfern zu lassen, statt ein Vermögen beim Tierarzt ausgeben zu müssen. Dies ist wohlgemerkt nicht die Einstellung des Verfassers, aber eine durchaus denkbare.
Anders ist das schon bei uns Menschen, die wir uns ja auch zum Glück, ähnlich wie die Mischlingshunde, nicht nach rassespezifischen Prinzipien verpaaren. Wer kennt schon die genetischen Defekte seines Partners, und wenn wir mal ehrlich sind, so ist die Zahl und Vielfalt an genetischen Defekten, die wir Menschen einander im Laufe der Zeiten vererbt haben, sehr groß, wie die hohen Kosten im Gesundheitswesen deutlich machen.
Zum Glück für uns Menschen sind die meisten Leute heute krankenversichert und werden deshalb neben den Krankheitsfolgen nicht auch noch durch Armut gestraft.
Zum Glück für die Hunde gibt es aber heutzutage verstärkt den Trend, auch seinen Vierbeiner zu versichern oder auf eigene Kosten im Krankheitsfalle eine kostspielige Operation durchführen zu lassen. Und so zieht das Argument mit dem kostengünstigen Mischlingshund am Ende auch nicht mehr. Der günstig gekaufte Mischling hat, ähnlich wie wir Menschen, ein großes Risiko, an zahlreichen Leiden zu erkranken.

Wozu ein Rassehund?

Es gibt sicherlich einige Hunderassen, bei denen aus falsch verstandener Liebhaberei z.B. zugunsten eines knuffigen Aussehens Hunde gezüchtet wurden, die letztlich unter diesen Zuchtbedingungen eher Qualen erleiden. Schlimm ist es auch, wenn eine Rasse zum Modehund wird  (wie z.B. der Golden Retriever) und aufgrund einer sich dann entwickelnden Massenzucht längst ausgemerzte schlechte Charaktermerkmale wie eine gesteigerte Aggressivität nun vermehrt wieder auftreten.

Eine verantwortliche Rassehundezucht wie sie bei den Rassezuchtvereinen für Hovawarte (z.B. RZV und HZD) wegen der einheitlichen Bindung an die strengen Vorgaben des VDH durchgeführt wird, fördert dagegen durch gezielte Verpaarung bestimmte Gene, die das ursprüngliche Aussehen, Verhalten und Wesen des Hovawartes betreffen und merzt andere unerwünschte Gene sowie auch die Erbkrankheiten weitgehend aus.
Es soll nicht verschwiegen werden, dass es natürlich auch Dissidenz-Züchter gibt, die sich bemühen, mit geprüften Hunden auch weiterhin verantwortlich zu züchten. Es besteht aber für den Welpenkäufer die Gefahr, dass er diese Situation eben nicht überblicken und so leicht an den Falschen geraten kann.
Wo verantwortlich und streng kontrolliert gezüchtet wird, ergibt sich die Chance, dass sich Aussehen, Verhalten und Wesen des Rassehundes in die vom Rassestandard gewünschten Richtungen festigt und der potentielle Käufer schon bei der Auswahl der Rasse ziemlich genau weiß, wie der kleine süße Welpe, der da vor ihm steht, später mal aussieht, welche verhaltenstypischen Merkmale und typischen Wesenszüge er wahrscheinlich annehmen wird, wenn die Sozialisierung halbwegs gut läuft.
Zudem lassen sich bereits seit Jahren durch den Aufbau und die Pflege von Datenbanken, in denen möglichst alle Hunde vieler Generationen mit ihren Erbkrankheiten erfasst sind, auch die letzten Erbkrankheiten durch datengesteuerte Verpaarungen auf ein Minimum beschränken und somit fast ganz ausmerzen.

Auch in solch einer kontrollierten Zucht kann niemand in den Welpen hineinsehen und wissen, ob und welche Erkrankungen in ihm angelegt sind. Aber das Risiko, einen „Montagshund“ zu kaufen, wird erheblich minimiert gegenüber einem Mischlingshund.

Ist Rassehund = Rassehund?
Wenn wir uns nun aus den o.a. Gründen eher für den gesunden Rassehund entscheiden, so gibt es noch die nächste wichtige Frage: Wann darf sich ein Rassehundzüchter eigentlich so nennen? Ist es bereits genug, wenn ein Züchter sich ein paar Hovawarte zulegt und mit deren Verpaarung fleißig Jahr für Jahr für die Vermehrung der Hovawarte und seiner Geldreserven sorgt?

In diesem Zusammenhang unsere Warnung:  

Durch unsere Welpeninteressenten sowie danach vorgenommene eigene Recherchen im Internet sind uns einige Hovawart-Züchterseiten aufgefallen, die wir mit äußerster Vorsicht zu behandeln bitten.
Da werden von so ge(oder selbst er-)nannten „5-Sterne-Züchtern“ zahlreiche auffallend bunte Zertifikate über den eigenen Zwinger, ihre Befähigung als Hundetrainer, Tierpsychologen etc. zum „Beweis“ für Echtheit, Kompetenz sowie Zucht- bzw. Welpenqualität auf vielversprechenden Homepages präsentiert, die einer eingehenden Kontrolle in keiner Weise standhalten.

Hovawart-Zwingernamen werden in unbekannten oder kurzerhand neu oder parallel gegründeten europäischen kynologischen Verbänden (oft als einzige) Hovawart-Züchter aufgeführt, die natürlich in einem solchen, wenn überhaupt wirklich existierenden Verband weder Konkurrenz noch echte Kontrolle und vor allem kaum oder keine anderen Zuchthunde als die eigenen vorfinden.
Deshalb stellen diese Züchter auch gleich mit Stolz vier oder mehr Zuchthündinnen vor und haben zusätzlich auch noch mehrere eigene Deckrüden. Mit diesem „Zuchtmaterial“ wird dann Wurf auf Wurf „produziert“.
Angegebene Pseudo-Kontrollen, u.a. für seriöse Züchter Selbstverständlichkeiten (wie mehrfache Entwurmung, Impfung, Chippen) und fragwürdige bis suspekte „Papiere“ geben einer wilden, profitorientierten Massenzucht dann das Etikett einer attraktiven, seriösen, kontrollierten Zuchtstätte.
Dass damit der Inzucht sowie der Manifestierung von typischen Erbkrankheiten Tür und Tor geöffnet ist, dürfte keinen denkfähigen Welpeninteressenten wie auch keinen seriösen Züchter verwundern, ebenso wenig wié die Tatsache, dass bei teilweise mehr als 20 Welpen pro Jahr nicht mehr von einer liebevollen Familienaufzucht die Rede sein kann.
Wir warnen also eindringlich davor, auf solche Lockangebote hereinzufallen.

Seien Sie skeptisch, wenn ein Züchter mehr als zwei Zuchthündinnen und vielleicht sogar noch eigene Deckrüden oder mehr als zwei Würfe im Jahr hat.
Beachten Sie grellbunte und überaus positiv formulierte Zertifikationen und weitere „Papiere“ mit Misstrauen; Zertifikate von einem VDH-Verband wie der HZD oder dem RZV sind weitaus weniger bunt, aber dafür wenigstens echt.

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